Moore, Taiga und baltische Küsten – ornithologische Reise



Kurzbeschreibung

Die Pflanzen- und Tierwelt Estlands ist in ihrer Vielgestaltigkeit europaweit einzigartig. Riesige Regenmoore, taigaartige Wälder und traditionell extensiv genutzte Offenlandschaften, liegen dicht nebeneinander. Stark mäandrierende Flüsse durchziehen das Land. An den unberührten Küsten erstrecken sich orchideenreiche Strandwiesen und Wacholderheiden. Vor der Küste liegt ein Archipel aus hunderten, vielfach unbewohnten Inseln.

Beschreibung

Die Reisezeit ist so gewählt, dass wir den Vogelzug (Seetaucher, Meeresenten, Limikolen), der im Baltikum noch im Gange ist, noch miterleben können. Die sonst im Jahresverlauf sehr unscheinbaren Arten (Rauhfußhühner, Spechte und Eulen) stehen ebenso auf dem Programm, wie die Arten mit östlichem Verbreitungsschwerpunkt (Karmingimpel, Sperbergrasmücke, Schreiadler und Zitronenstelze).

 

REISEBESCHREIBUNG:

 

1.Tag: Ankunft in Tallinn – Estlands Hauptstadt:

Sie fliegen morgens nach Tallinn – Estlands Hauptstadt. Am Flughafen treffen Sie auf ihren Reiseleiter. Ein Reisebus bringt uns in die Altstadt Tallinns. Sie ist die intakteste mittelalterliche Stadt in Europa. Sie hat immer noch das ursprüngliche Straßensystem aus dem 13. bis 15. Jahrhundert und die meisten Häuser aus dem 14. und 15. Jahrhundert stehen in ihrer ursprünglichen Größe und Form da. Gleichfalls sind alle wichtigen und repräsentativen Regierungsgebäude sowie Kirchen unversehrt. Nach der Stadtführung fahren wir nach Pedase in den Nordwesten Estlands. Das isoliert liegende Hotel ist traumhaft eingebettet in einen Dünenkiefernwald, nur wenige Meter von der Ostsee entfernt. Gartenrotschwanz und Grauschnäpper fliegen umher, auch Erlenzeisige und Karmingimpel zeigen sich. Am Abend unternehmen wir eine Wanderung durch die Dünen und am Strand entlang. Hier bekommen wir einen ersten Eindruck vom Zuggeschehen an der Ostsee. Erfreuen können wir uns außerdem an Kuhschellen und Schlüsselblumen, die jetzt in prachtvoller Blüte stehen.

 

2.Tag: Birkhahnbalz:

Sehr früh aufstehen heißt es an diesem Tag. Dafür erwartet uns mit der Birkhahnbalz ein Naturschauspiel, das es so in Mitteleuropa nicht mehr gibt. Beeindruckend ist nicht nur das Spiel und die Anzahl der anwesenden Hähne, sondern vor allem die einmalige Artenkombination aus Schlagschwirl, Wiesenweihe, Uferschnepfe und Wachtelkönig. Selbst Auerwild konnten wir hier schon beobachten. Am späten Vormittag kehren wir zum Hotel zurück! Nach einer kurzen Regeneration fahren wir ins Naturschutzgebiet Növa, wo uns die Beobachtung von Dreizehnspecht und Fischadlern gelingen sollte. Auf dem Tanajärv brüten Singschwäne. Längere Zeit wollen wir uns auf den riesigen Waldbrandflächen und offenen Dünen aufhalten, um Brachpieper und Flussregenpfeifer zu suchen. Auf dem nährstoffarmen Regenmoor finden wir viele Vertreter der Heidekrautgewächse, wie Sumpfporst oder Krähen- und Moosbeere. Auch verschiedene Sonnentauarten wachsen hier.

 

3.Tag: Seetaucher am Kap und Lagunenstadt Haapsalu:

Heute fahren wir nach Haapsalu, einem ehemaligen Kurort russischer Zaren und des Komponisten Peter Tschaikowski. Unser Hotel liegt unmittelbar an der Lagune, mit tollen Beobachtungsmöglichkeiten für Seeadler, Küstenseeschwalbe, Hauben- und Ohrentaucher. Besonders für Fotografen ergeben sich phantastische Motive, da die Ohrentaucher nur wenig Scheu zeigen. Zuvor besuchen wir das Kap Pöösaspea – einem idealen Ort um Seetaucher (Eis-, Stern- und Prachttaucher), Meeresenten (Eis-, Samt- und Trauerenten), ziehende Greifvögel (Wespenbussard) und Kleinvögel (Thunberg-Schafstelzen, Strandpieper) zu beobachten. Später sind wir im Naturschutzgebiet Silma auf der Halbinsel Noarotsi unterwegs, wo wir an flachen Seen und ehemaligen Meeresbuchten beobachten. Hier kommen Rothalstaucher und Zwergmöwen vor. In den riesigen Schilfwäldern sind Rohrdommel, Beutelmeise und verschiedene Rohrsängerarten zu hören und zu sehen. Baumfalken jagen nach Libellen. Ein Besuch auf Gut Lykholm zeigt uns die untergegangene Welt der Deutschbalten.

 

4.Tag: Maritimer Tag auf Hiiumaa (Dagö):

Eine Schiffstour zur zweitgrößten Ostseeinsel Estlands ist ein besonderes maritimes Erlebnis. Auf der 90-minütigen Überfahrt beobachten wir Schmarotzerraubmöwen, die rasant neben dem Schiff jagen oder verschiedene Entenarten, wie Eis- und Bergenten, die das ruhige Wasser zwischen den Inseln gern zur Zugzeit aufsuchen. Hiiumaa (schwedisch Dagö-Taginsel) ist nur an den Küsten spärlich besiedelt. Im Inselinneren finden sich ausgedehnte Wälder und offene Moore. Unser Ziel ist die Kemubucht, wo wir im Flachwasser nach Limikolenarten (Kiebitzregenpfeifer, Zwerg- und Temminckstrandläufer) und der Raubseeschwalbe Ausschau halten! Eine kleine Kolonie von Säbelschnäblern ist hier in den letzten Jahren entstanden. Mit etwas Glück sehen wir Kegel- und Ringelrobben.

 

5.Tag: Kleinvögel im Park und in der Offenlandschaft:

Der herrlich verwilderte Park vor dem verfallenen schwedischen Herrenhaus “Vaike-Roude” ist ideal für die Beobachtung von Weissrückenspecht, Zwerg-, und Grauschnäpper, Pirol und Rotdrossel. Auch klassische „Ostarten“ wie Grünlaub- und Buschrohrsänger kommen hier vor. Auf den steinigen Feldern von Soo-Otsa suchen wir nach dem Ortolan und weiteren Vögeln der Offenlandschaft. Der fast 500 qkm große Matsalu-Nationalpark, den wir anschließend besuchen, wurde schon im Jahr 1957 gegründet und umfasst im wesentlichen das riesige Delta des Flusses Kasari. Auf seiner Nordseite besuchen wir verschiedene Gebiete. So einen Turm bei Haeska, wo zahlreiche Limikolenarten zu erwarten sind oder bei Pögari, einer der bedeutendsten Rastplätze für Weißwangengänse im Baltikum. Hier befindet sich außerdem einer der wenigen Brutplätze der mitteleuropäischen Form des Alpenstrandläufers. Den späten Abend widmen wir den Eulen! Sperlingskauz und Habichtskauz, aber auch Ziegermelker wollen wir hören.

 

6.Tag: Schelladler am Kasari und Elche bei Kloostri:

Heute wechseln wir abermals unseren Standort. Es geht in den Südwesten Estlands an die Rigaer Bucht. Zuvor suchen wir am Kasari nach Schell- und Schreiadlern. Der frei mäandrierende Fluss ist eingebettet in eine traumhafte Kulturlandschaft. Die darin liegenden Wiesen zeigen eine artenreiche Fauna und Flora. Vom Beobachtungsturm bei Kloostri haben wir Einblick in das unzugängliche Gebiet des Deltas, in dem Elche nicht bejagt und deshalb am Tage sichtbar sind. Je nach zur Verfügung stehender Zeit, halten wir in weiteren Gebieten. Am Abend erreichen wir unser Hotel in Leppanina – direkt an der Rigaer Bucht gelegen. Da jedes Zimmer über einen Meeresblick verfügt, lassen sich Mittelsäger, Stern- oder Prachttaucher leicht beobachten. Nach dem Abendessen unternehmen wir eine Abendexkursion am Strand entlang.

 

7.Tag: Goldregenpfeifer und Merlin im Regenmoor:

Der Nationalpark Nigula-Moor besteht im Wesentlichen aus einem riesigen Regenmoor. Hier haben Bruchwasserläufer, Goldregenpfeifer und Raubwürger ihre natürlichen Brutgebiete. Beeindruckende Urwälder mit gigantischen Baumriesen, viel Totholz und üppige Bodenvegetation, finden sich im Zentrum des Regenmoores. Hier sind Zwergschnäpper, Grau- und Weißrückenspecht zu Hause. Der Merlin jagt oft über das spärlich bewaldete Moor, manchmal von Sturmmöwen attackiert. Eingerahmt wird das Moor durch eine artenvielfältige Kulturlandschaft, in der die Dächer der einsamen Höfe noch Storchennester tragen und in der Wendehals, Braunkehlchen und Schreiadler nicht selten sind. Die Nachtexkursion führt uns in die „Western Taiga“. Hier gilt unser Interesse vor allem den Eulen (Sperlings,- Raufuß- und Habichtskauz), die wir in der „baltischen Stille“ ebenso hören wollen, wie den Ziegenmelker und die Waldschnepfe.

 

8.Tag: Fischteiche und Strandwiesen:

Sehr spannend sind die Wiesenlandschaften und die Küstenüberflutungsmoore an der Rigaer Bucht. Zu den natürlich hier vorkommenden, in Deutschland schon seltenen Arten, wie Braunkehlchen, Wiesenpieper und Schafstelzen, treffen wir hier jedes Jahr auf Zitronenstelze, Blaukehlchen und Sperbergrasmücken. Die Wattflächen sind immer gut für Sumpfläufer und Odinshühnchen, ganz sicher aber für Dunkle Wasserläufer, Große Brachvögel und Rotschenkel. In den nahegelegenen Fischteichen sind Rohrdommel, Bartmeise und Weißflügelseeschwalbe als Brutvogel zu finden. Während die attraktiven Kampfläufer im Prachtkleid noch auf dem Durchzug sind.

 

9.Tag: Riga – Lettlands Hauptstadt:

Am Vormittag fahren wir über die nicht weit entfernt liegende Grenze nach Lettland und weiter bis zur Hauptstadt Riga. Hier haben wir noch Zeit für einen Stadtrundgang. Die Stadt unterscheidet sich sehr deutlich von Tallinn. Besonders die im Jugendstil errichteten Stadtteile und das Zentrum am Fluss Daugava wollen wir besichtigen. Am Nachmittag fliegen wir nach Deutschland zurück.

 


Weitere Informationen

KOSTEN:
- 2.160,00 EUR pro Person im Doppelzimmer
- Einzelzimmerzuschlag: 150,00 EUR
- Aufpreis bei 8-11 Teilnehmern: +100,00 Euro pro Person.

Tourenlänge

Touren jeweils unterschiedlicher Länge

Voraussetzungen

Im Preis inbegriffen

Leistungen:
• Flug ab/bis Frankfurt nach Tallinn
• 8 Übernachtungen im Mittelklassehotel
• Halbpension
• Alle Transfers im Kleinbus
• Stadtführung Tallinn, Schiffstour
• Zusätzlich estnische Reiseleitung.

Nicht im Preis inbegriffen

Zusätzliche Mahlzeiten

Stornierung

bis zum 30. Tag vor Reiseantritt: 10% des Reisepreises;
vom 29. bis zum 22. Tag vor Reiseantritt: 30% des Reisepreises;
vom 21. bis 7. Tag vor Reiseantritt: 50% des Reisepreises
ab dem 6. Tag vor Reiseantritt: 80% des Reisepreises.

Hinweise zur Anreise

Mit dem Flugzeug von Deutschland nach Tallinn.



Dieses Angebot hat keinen aktuellen Termin

  • Angebotsnr.: 2751
  • Land: Estland
  • Region: Estland
  • Treffpunkt: Flughafen in Tallinn
  • Startzeit: Mit der Ankunft auf dem Flughafen in Tallinn. Ihre Reiseleitung erwartet Sie schon.
  • Dauer: 8 Tage
  • Sprache(n): Deutsch
  • Kartenansicht